18.01.2023

UGC als Booster für deine Marketingstrategie

Foto © Anna Nekrashevich

In den letzten Jahren fand ein deutlicher Umschwung im allgemeinen Konsumverhalten statt. Parallel dazu wurden Marketingstrategien umgekrempelt und an eine neue Generation von Rezipient*innen angepasst, die überwiegend online interagiert. An dieser Stelle kommt UGC ins Spiel, kurz für User-Generated Content, auch Consumer-Created Content genannt, also „nutzergenerierter Inhalt“. Das Prinzip an sich ist nicht neu, aber durch die stetig wachsende Nutzung von Social Media hat UGC besonders in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen.

Was ist UGC?

Der Begriff User-Generated Content beschreibt ein ganzes Universum verschiedenster Inhalte, die von Nutzer*innen erstellt und online veröffentlicht werden. Dabei handelt es sich um Content-Formate wie Erfahrungsberichte, Tutorials, Blogs, Rezensionen und viele weitere, die vorzugsweise auf Social-Media-Plattformen geteilt werden und oft Bezug auf einzelne Produkte nehmen.

Umfragen und Marktforschungsstudien haben ergeben, dass nutzergenerierte Inhalte in der Rezeption der Konsument*innen um ein Vielfaches positiver bewertet werden als traditionelle, gebrandete Werbung. Authentizität und Transparenz sind dabei Schlüsselworte.

© Ron Lach

Wie integriere ich UGC?

Es gibt vielfältige Ansätze dazu, wie und welche Art von User-Generated Content in die eigene Marketingstrategie integriert werden kann. Als berühmter Vorreiter hat Amazon mit einem simplen Bewertungs-Feature die grundlegendste Form von UGC geprägt. Viele Unternehmen rufen Fans einer Marke mit speziellen Hashtags zu Engagement auf, indem sie Challenges, Trends oder die thematische Ausrichtung der User*innen-Kanäle als Hebel nutzen. Darüber hinaus haben sich entsprechende Plattformen etabliert, die Unternehmen und Creator*innen zusammenbringen, um gezielt vorgegebene Inhalte zu erstellen – mit neuen Gesichtern bis hin zu bekannten Influencer*innen.

 Nur einige der Benefits von UGC

  • Kosteneffizienz: In der Regel sind die Maßnahmen wie Bewertungsfunktion, markenbezogene Hashtags auf Social-Media-Plattformen oder personalisierte Produktversionen verhältnismäßig einfach und mit geringem Kostenaufwand umzusetzen.
  • Interaktion & Engagement: Nutzergenerierte Inhalte bieten durch bestimmte Auslöser wie Wettbewerbe die Möglichkeit, mit den User*innen zu interagieren und erhöhen das Engagement der Zielgruppe. Die Herausforderung hierbei ist es, organisch Anreize für die Mitwirkung zu schaffen.
  • Marktforschung: Gleichzeitig stellt der Austausch mit Konsument*innen auch außerhalb von Umfragen oder Bewertungen eine Basis für eine Marktanalyse dar. Durch Kommentare und den generellen Diskurs über das Produkt lernt das Unternehmen, die Kommunikation oder sogar die Produkte selbst entsprechend anzupassen.
  • Kund*innenbindung: Die Kaufentscheidung wird durch UGC positiv beeinflusst und die Loyalität zur Marke langfristig gestärkt, da die Botschaft einer Empfehlung durch persönliche Bekannte ähnelt.

Achtung: Ein paar Fallstricke gibt es doch

  • Corporate Identity: Das Unternehmen hat manchmal wenig bis keinen Einfluss auf den Content, der sich nicht an Vorgaben halten muss.
  • Reporting: Bei vielen veröffentlichten Inhalten ist eine genaue Datenauswertung schwierig, da sich viele KPIs durch Beiträge auf unternehmensfremden Social Media Accounts nicht konkret messen lassen.
  • Monitoring: Viele Formate lassen eine Moderation oder Kontrolle der Inhalte nur schwer zu. Das kann zu einer verzerrten Wahrnehmung der Marke führen oder der Marke im schlimmsten Fall sogar schaden, zum Beispiel durch negative Bewertungen oder Inhalte, die nicht den Werten des Unternehmens entsprechen.

Foto © PNW Production

Wohin geht die Reise?

User-Generated Content ist mit Sicherheit kein vorübergehendes Social-Media-Phänomen im E-Commerce. Unabhängige, ungefilterte Botschaften begeisterter Konsument*innen unterstreichen die Glaubwürdigkeit einer Marke wesentlich mehr als traditionelle, gescriptete Werbemaßnahmen. Als Unternehmen stellt sich daher nicht die Frage ob, sondern welche Form von UGC sich in die eigene Marketingstrategie integrieren lässt, sodass es authentisch wirkt und zum Produkt und der Positionierung passt.

Vielfältige Möglichkeiten, eine oft einfache, kosteneffiziente Umsetzbarkeit und die nutzenbringende Interaktion mit den User*innen machen diese Inhalte zu einem wertvollen Bestandteil einer Marketingstrategie, die sich wandelbar und dynamisch an schnelllebige Trends anpassen muss.

Fazit: Marketing ist keine Einbahnstraße

Nutzergenerierte Inhalte haben sich ihren festen Platz in Online-Marketingstrategien rechtmäßig erobert, denn über das beste Storytelling hinaus funktioniert Kommunikation in beide Richtungen, und die Interaktion mit der Community kann und sollte man sich gerne zunutze machen.

 

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Sarah Wagner

Senior Account Managerin Social Media

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