13.01.2023

5 Artists to watch in 2023

Bild: © Adore/HYBE

Pop ist Emotion. Pop verbindet. Pop eckt an. Für Musikfans gibt es kaum ein besseres Gefühl, als gemeinsam neue Künstler*innen zu entdecken. Wir alle erinnern uns an diesen Moment, in dem wir zum ersten Mal diesen einen Song gehört haben, der alles verändert hat. Insbesondere aufstrebende Künstler*innen geben uns neue Perspektive, durchbrechen Hörgewohnheiten und gestalten die Musikwelt von morgen. Umso besser also, schon jetzt einige der vielversprechendsten Pop-Acts des Jahres kennenzulernen.

1. NewJeans
Hip Teens listen to NewJeans: Y2K-inspirierter Pop aus Korea

Bild: © Adore/HYBE

Megastars in nur sechs Monaten: NewJeans aus Korea machen vor, wie es geht. Ihre Songs „Attention“ und „Hype Boy“ gehören zu den großen Hits 2022. Dieses Jahr stehen sie kurz davor, die größte Girlband der Welt zu werden. Im Mix aus Y2K-Pop, britischem Jungle und Jersey Club Sounds bringen sie neu interpretierte Nostalgie in die Gesten des K-Pops. Schwerelose Grooves setzen auf Atmosphäre statt Bombast. Zusätzlich zahlt sich eine neue Promotion-Taktik aus: Für das jüngstes Signing im Hause HYBE, die schon BTS und Seventeen groß gemacht haben, wird statt jahrelanger Aufbauarbeit auf Überraschungsreleases gesetzt. Mühelos verkörpern NewJeans in detailverliebten Videos den Gen Z-Spin aus Skater-Fashion und Girl-Next-Door-Charme. Fans können zudem über die App Phoning mit ihren Idols in den direkten Kontakt treten. Auf TikTok bestimmt derzeit die neue Single „OMG“ das Geschehen und setzt den Weg im R&B fort. Die nächste Station kann nur eine seine: Weltstars.


2. Caroline Polachek
Avant-Pop-Queen – bereit für den Mainstream-Durchbruch

Bild: © Nedda Afsari

Caroline Polachek ist schon lange kein Newbie mehr. Der Mainstream-Erfolg blieb ihr bislang jedoch verwehrt. Die 37-Jährige wurde als Leadsängerin des Brooklyner Indie-Duos Chairlift bekannt. Mit „Bruises“ ergattert die Band 2008 einen Apple-Werbehit. Später folgen mit „Moth“ experimentellere Ansätze. Als sich die Gruppe 2017 auflöst, startet die Neufindungsphase. Scheidung, Umzug von New York nach London und Anfälle von Schlaflosigkeit – das alles verarbeitet Polachek auf ihrem ersten Solo-Werk „Pang“. 2019 wird das Album zu einem Kritiker*innen-Liebling und verschafft ihr eine loyale Fangemeinde, die sie für Spielereien mit Avant-Pop, Barock-Chören und schrägen Samples verehrt. Die Single „Bunny is a Rider“ wird 2021 sogar von Pitchfork zum besten Song des Jahres gewählt. Eine Tour mit Dua Lipa später steht jetzt das neue Album „Desire, I Want to Turn Into You“ bevor. Könnte Caroline jetzt vom Szene-Darling zur neuen Stil-Ikone werden? Die Welt wäre bereit.


3. Dora Jar
Billie Eilish’s Liebling erzählt Glitch-Folk-Märchen

Bild: © Erica Snyder

Your favourite artist‘s favourite artist.. Billie Eilish ist bereits Dora Jars größter Fan. Der US-Popstar schlich sich Ende 2021 in Doras Londoner Tiny-Show, war hin und weg und lud sie dazu ein, ihre US-Tour zu eröffnen. Kein Wunder: Doras EPs wie „Comfortably in Pain“ führen Hörer*innen in neuartige Glitch-Folk-Welten. Verzerrter Rock („Multiply“) trifft auf schrägen Digi-Pop („Polly“) und geisterhaften R&B („Quiver“). Textlich taucht sie in fantasievolle Märchen und Brecht’sche Bilder ein. Songs wie „Lagoon“ sind aus der Perspektive einer einsamen Meerjungfrau geschrieben, während „Polly“ eine Traumsprache im Wirrwarr aus Konsonanten präsentiert. „Fratica patica automatica/I won’t slow down“, singt sie – und man möchte zustimmen.  Fest steht: Dora Jars rätselhafte Essenz macht sie zu einer der derzeit spannendsten Singer-Songwriterinnen.


4. Hemlocke Springs
TikTok-Star mit Langzeitperspektive

Wie wird ein Song zum TikTok-Hit? Das Unerwartete gewinnt. Isimeme Udu will ursprünglich einen akademischen Weg einschlagen. Bis Ende 2021 studiert sie medizinische Informatik am Dartmouth College und plant, ihren Doktortitel zu erwerben. Eines Abends stellt sie den Synthie-Song „Gimme All Ur Luv“ online – eine Hommage an Kate Bush und Grimes‘ „Oblivion“. Als sie aufwacht ist der Track viral. Wenig später verbreitet sich auch die tanzbare Liebeskomödie „Girlfriend“ wie ein Lauffeuer auf der Plattform. Doch warum ausgerechnet Hemlocke Springs? Stimmlich erinnert sie an die Angebereien der frühen MARINA, instrumentell an die Euphorie von frühen Indietronic-Bands. Ansteckend ist aber vor allem die jugendliche Freude und Fantasie, die ihrem experimentellen Art-Pop zu Grunde liegen. Damit könnte sie eine der wenigen TikTok-Stars sein, die nachhaltig prägen.


5. Ray Laurél
Aufrichtige Erzählungen über Queerness

Singer-Songwriter Ray Laurél schreibt Songs gegen heteronormative Strukturen. Üppige Produktion vereint Ray mit intimen Songtexten über Identitätsfindungen. 2022 sorgte die Debüt-Single „Hunter Schafer“ für Aufsehen. Als Ode an den Euphoria-Schauspieler, aber auch als Befreiungsschlag für sich selbst. Introspektion und Befreiung bilden den Kern des Songs, der musikalisch nach Vorbildern wir Prince oder Frank Ocean greift. Mit „Manic Pixie Dream Boy“ erschien letztes Jahr die Debüt-EP. Entlang der E-Gitarrensaiten erforschen die sechs Songs Metaphern über lästige Hinge-Dates und romantische Obsessionen. In knapp 14 Minuten erzählt Ray dabei die Geschichte des queeren, spirituellen und kulturellen Erwachens. Geschichten, von denen es 2023 noch mehr geben darf.

 

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Carina Hartmann

Public Relations Managerin

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